Schwacher Wasserstrahl am Hahn oder in der Dusche ist ärgerlich und kann verschiedene Ursachen haben. In Kiel spielen sowohl die Besonderheiten des örtlichen Leitungsnetzes als auch hausinternen Faktoren eine Rolle. Oft lässt sich das Problem mit einfachen Mitteln eingrenzen.
Typische Ursachen für niedrigen Wasserdruck
- Verstopfte Siebe und Filter: Perlatoren an Armaturen sowie Duschkopf-Siebe setzen sich mit Kalk und Ablagerungen zu. Oft ist dies der einfachste Grund.
- Druckminderer defekt oder falsch eingestellt: Viele Hausanschlüsse haben einen Druckminderer. Ist dieser verschlissen oder falsch eingestellt, sinkt der Druck im gesamten Haus.
- Verkalkte oder beschädigte Rohre: In älteren Gebäuden können Rohre durch Kalkablagerungen oder Rost von innen verengt sein.
- Parallele Wasserentnahme: Werden gleichzeitig mehrere Zapfstellen genutzt, sinkt der Druck spürbar, besonders in Mehrfamilienhäusern.
- Netzprobleme des Versorgers: Temporäre Druckabfälle im Kieler Stadtgebiet, etwa durch Bauarbeiten am Versorgungsnetz, können ebenfalls auftreten.
Was Sie selbst prüfen können
- Perlator vom betroffenen Hahn abschrauben, reinigen oder kurz entkalken und wieder einschrauben - oft reicht das schon aus.
- Prüfen, ob nur eine Zapfstelle betroffen ist oder mehrere. Ist nur ein Hahn schwach, liegt es meist an der Armatur selbst.
- Absperrventile unter dem Waschbecken oder am Hausanschluss kontrollieren - manchmal sind diese nicht vollständig geöffnet.
- Beim Nachbarn nachfragen, ob dort ebenfalls Druckprobleme bestehen. Wenn ja, liegt es am Versorgungsnetz.
Wann sollte ein Fachmann ran?
Wenn der Druck im gesamten Haus dauerhaft niedrig ist, der Druckminderer verdächtig erscheint oder Sie vermuten, dass Rohre defekt oder stark verkalkt sind, sollten Sie einen Installateur hinzuziehen. Das Messen des tatsächlichen Leitungsdrucks erfordert ein Manometer und etwas Fachkenntnis.
Häufige Fragen
Welcher Wasserdruck ist normal?
Im Hausnetz gelten ca. 2 bis 4 bar als angenehmer Betriebsdruck. Unter 1 bar wird die Duschnutzung unangenehm, über 6 bar können Armaturen und Rohre dauerhaft beschädigt werden.
Kann ein verstopfter Duschkopf wirklich so viel ausmachen?
Ja. Ein stark verkalkter Duschkopf kann den gefühlten Druck deutlich reduzieren, obwohl der Leitungsdruck selbst in Ordnung ist. Entkalkung mit Essig oder Austausch schafft schnell Abhilfe.
Hilft ein Druckerhöhungspumpensystem?
In Einzelfällen ja, zum Beispiel bei dauerhaft niedrigem Netzdruck in oberen Stockwerken. Die Anschaffung und Installation sind jedoch aufwendig und sollten von einem Fachmann beurteilt werden.