Kurzantwort: Festpreise sind fast immer die bessere Wahl. Sie kennen die Kosten vor dem Einsatz und tragen kein Risiko, wenn der Einsatz länger dauert als erwartet. Verlangen Sie den Festpreis immer schriftlich, bevor der Techniker anfängt.
Wie werden Rohrreinigungen abgerechnet?
Rohrreinigungsbetriebe rechnen auf zwei Arten ab:
- Festpreis: Sie zahlen einen fixen Betrag für die Leistung, unabhängig davon, wie lange der Einsatz dauert. Enthält meist Anfahrt, Arbeit und Entsorgung von Verstopfungsmaterial.
- Stundenlohn: Sie zahlen für tatsächlich aufgewendete Zeit, dazu Anfahrt und Verbrauchsmaterial. Typischer Stundensatz in Kiel: 60 bis 120 Euro netto.
Warum ist der Festpreis meistens günstiger?
Bei einer einfachen Verstopfung im Waschbecken dauert die Reinigung oft nur 20 bis 40 Minuten. Mit einem Stundensatz von 80 Euro wären das rechnerisch 27 bis 53 Euro für reine Arbeitszeit. In der Praxis kommen Anfahrt, Mindestarbeitszeit (oft eine Stunde) und Material hinzu. Ergebnis: Mit Stundenlohn zahlen Sie für eine unkomplizierte Entstopfung leicht 150 bis 200 Euro, während Festpreisbetriebe für dasselbe 80 bis 120 Euro berechnen.
Bei längeren Einsätzen, zum Beispiel bei schwer zugänglichen Grundleitungen oder Verstopfungen durch Wurzeleinwüchse, schützt der Festpreis Sie noch deutlicher. Läuft der Einsatz über zwei oder drei Stunden, trägt der Betrieb das Kostenrisiko, nicht Sie.
Wann kann Stundenlohn sinnvoll sein?
In seltenen Fällen ist Stundenlohn transparenter, etwa wenn der Betrieb vorab nicht einschätzen kann, wie aufwendig eine Sanierung wird. Das kommt vor bei Bauprojekten mit unbekannter Leitungsführung oder wenn zunächst eine Kamerainspektion ohne Sofortmaßnahme gewünscht wird. Dann ist ein Stundenpreis mit klar definiertem Umfang fairer als ein Pauschalpreis, der Unbekanntes einpreist.
Typische Kostenfallen bei der Rohrreinigung
- Lockpreise: Manche Betriebe werben mit 29 oder 49 Euro Grundpreis, berechnen dann aber Anfahrt, jede Stunde und jede Einstiegsstelle separat. Das Ergebnis übersteigt schnell 300 Euro.
- Mündliche Angebote: Wer keinen schriftlichen Auftrag hat, kann kaum widersprechen, wenn die Rechnung höher ausfällt.
- Zusatzleistungen ohne Absprache: Kamerainspektion, Videodokumentation oder angeblich notwendige Materialien können während des Einsatzes aufgezwungen werden.
- Notdienstzuschläge: Verständlich, aber fragen Sie immer nach dem konkreten Aufpreis, nicht nur nach dem Grundpreis.
Checkliste vor der Beauftragung
- Schriftliches Angebot mit Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer und Anfahrt einholen
- Fragen, was im Preis enthalten ist (Spülung, Kamera, Material)
- Mindestens zwei Angebote vergleichen
- Auf Handwerksbetriebe mit lokaler Adresse und nachprüfbaren Bewertungen setzen
- Auftrag nur erteilen, wenn Preis schriftlich zugestimmt wurde
Fazit für Kieler Haushalte
Wählen Sie Betriebe, die Ihnen nach einer kurzen Beschreibung des Problems einen verbindlichen Festpreis nennen. Das ist branchenüblich und zeigt Erfahrung. Wer ausweicht oder nur einen Stundensatz nennt, ist oft weniger vertrauenswürdig. Gute Betriebe in Kiel kennen Ihre Leitungstypen und können eine fundierte Kostenschätzung geben.