Kurzantwort: Drehen Sie sofort den Haupthahn zu, schalten Sie den Strom im betroffenen Bereich ab und rufen Sie einen Notdienst. Dokumentieren Sie alles mit Fotos für die Versicherung. Je schneller Sie reagieren, desto geringer sind die Folgeschäden.
Erste Sekunden entscheiden
Bei einem Rohrbruch läuft oft sehr schnell sehr viel Wasser aus. Ein geplatztes Rohr kann mehrere Liter pro Minute ausstoßen. Jede Minute Zögerlichkeit bedeutet mehr durchnässte Wände, Böden und Decken. Handeln Sie deshalb unmittelbar, ohne erst die Ursache zu suchen.
Schritt 1: Hauptwasserhahn zudrehen
Drehen Sie den Hauptabsperrhahn zu. In den meisten Kieler Wohnungen befindet er sich im Keller, im Treppenhaus oder direkt neben dem Wasseranschluss unter dem Waschbecken. Wenn Sie den Hahn nicht finden, schauen Sie in Ihren Mietunterlagen oder fragen Sie die Hausverwaltung. Im Zweifelsfall kann auch das städtische Wasserwerk den Außenabsperrhahn vor dem Haus schließen.
Schritt 2: Strom abschalten
Wenn Wasser in Wandschlitze oder Deckenhöhlungen eingedrungen ist, besteht Kurzschlussgefahr. Schalten Sie im Sicherungskasten die Stromkreise des betroffenen Bereichs ab. Berühren Sie keine elektrischen Geräte oder Schalter, die feucht sind.
Schritt 3: Wasser so gut wie möglich auffangen
Stellen Sie Eimer unter die defekte Stelle, legen Sie Handtücher oder Malerabdeckplanen aus und entfernen Sie so schnell wie möglich wertvolle Gegenstände aus dem nassen Bereich. Nasse Teppiche sofort herausnehmen, weil Schimmelwachstum bereits nach 24 bis 48 Stunden beginnen kann.
Schritt 4: Notdienst rufen
Rufen Sie einen Klempner-Notdienst oder einen Rohrreinigungsbetrieb mit Notfalldienst in Kiel. Ein erfahrener Betrieb kommt meist innerhalb von 30 bis 60 Minuten und kann die defekte Stelle abdichten oder provisorisch sichern, bis eine dauerhafte Reparatur möglich ist. Fragen Sie beim Anruf nach dem Festpreis für den Notfalleinsatz.
Schritt 5: Vermieter informieren
Als Mieter sind Sie verpflichtet, Ihren Vermieter unverzüglich über den Schaden zu informieren. Tun Sie das telefonisch und sofort, dann schriftlich per E-Mail zur Dokumentation. Warten Sie bei Gefahr für Leib, Leben oder erheblichem Sachschaden nicht auf seine Erlaubnis zum Notdienst.
Schritt 6: Schäden dokumentieren
Fotografieren Sie alle Schäden sofort: nasse Wände, aufgequollene Böden, beschädigte Möbel. Die Fotos mit Zeitstempel sind Ihre wichtigsten Belege für die Versicherung. Werfen Sie beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache mit dem Versicherer weg.
Welche Versicherung zahlt?
- Leitungswasserversicherung (Wohngebäude): Zahlt Schäden am Gebäude durch austretende Leitungsflüssigkeit. Diese Versicherung hat in der Regel der Eigentümer.
- Hausratversicherung: Zahlt Schäden an beweglichen Gegenständen wie Möbeln und Elektronik.
- Haftpflichtversicherung: Greift, wenn durch Ihren Rohrbruch ein Nachbar geschädigt wird.
Melden Sie den Schaden noch am selben Tag bei der Versicherung. Viele Policen schreiben eine sofortige Schadensmeldung vor.