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Bleirohre erkennen und sanieren in Kiel

Aktualisiert am 30.09.2026 · Rohrreinigung Kiel

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Kurzantwort: Bleirohre wurden bis in die 1970er Jahre verlegt und geben gesundheitsschädliches Blei ans Trinkwasser ab. Erkennbar sind sie an ihrer silbergrauen Farbe, weichen Oberfläche und dem matten Glanz. Bei Verdacht sofort Wasserprobe nehmen lassen und Fachbetrieb beauftragen.

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Warum sind Bleirohre gefährlich?

Blei löst sich langsam in fließendes Wasser ein, besonders wenn das Wasser weich oder leicht sauer ist. Bereits geringe Bleimengen im Trinkwasser können die Gesundheit schädigen, vor allem bei Kindern und Schwangeren. Der europäische Grenzwert für Blei im Trinkwasser wurde zuletzt auf 5 Mikrogramm pro Liter gesenkt. Bleirohre überschreiten diesen Wert regelmäßig, besonders beim sogenannten Standwasser, also dem Wasser, das längere Zeit im Rohr stand.

Wo kommen Bleirohre noch vor?

In Kiel findet man Bleirohre hauptsächlich in Gebäuden, die vor 1970 errichtet wurden. Das betrifft Gründerzeithäuser in Gaarden, Ravensberg und der Innenstadt sowie frühe Nachkriegsbauten. Der Stadtkanal liegt ebenfalls in einem Gebiet mit vielen Altbauten. Nach 1973 wurden keine Bleirohre mehr eingebaut, aber ältere Bestände wurden nicht automatisch ausgetauscht.

Wie erkenne ich Bleirohre?

  • Farbe: Silbergrau bis bleifarben, dunkelt mit der Zeit nach
  • Oberfläche: Weich und biegbar, nicht so hart wie Kupfer oder Stahl
  • Kratzertest: Mit dem Fingernagel oder einem Schlüssel kratzen - Blei hinterlässt einen metallischen Glanz, Stahl nicht
  • Form: Meist mit runden Muffen und gelöteten Verbindungen statt moderner Pressfittings
  • Magnettest: Blei ist nicht magnetisch, Stahl schon

Wenn Sie nicht sicher sind, lassen Sie einen Klempner oder den Wasserversorger eine Einschätzung vornehmen. Eine Wasserprobe durch ein akkreditiertes Labor gibt endgültige Klarheit.

Wasserprobe nehmen

Nehmen Sie eine Probe nach mindestens vier Stunden Standzeit, ohne vorher Wasser abzulassen. Füllen Sie 200 Milliliter Leitungswasser in ein sauberes Glasgefäß und lassen Sie sie von einem zugelassenen Labor analysieren. Viele Gesundheitsämter bieten diese Untersuchung kostengünstig an.

Optionen zur Sanierung

Vollständiger Rohraustausch

Die sicherste und langfristig einzige empfehlenswerte Lösung. Bleirohre werden vollständig durch Kupfer- oder Kunststoffrohre ersetzt. Das erfordert Stemmarbeiten, ist aber in den meisten Fällen der einzige Weg zur dauerhaften Entfernung der Bleiquelle.

Grabenlose Sanierung

Für horizontale Leitungen unter dem Estrich ist der Inliner ein möglicher Weg, wenn ein vollständiger Tausch zu aufwendig wäre. Allerdings ist die EU-Trinkwasserrichtlinie eindeutig: Bleirohre müssen bis 2026 aus Trinkwassersystemen entfernt werden. Inliner erfüllen diese Anforderung nicht vollständig, da das Blei weiterhin vorhanden bleibt.

Wer ist zuständig und wer zahlt?

Im Eigentum liegt die Pflicht beim Hauseigentümer. Für Mieter gilt: Bleirohre im Haus sind ein Mangel, den der Vermieter beseitigen muss. Informieren Sie Ihren Vermieter schriftlich und setzen Sie eine angemessene Frist. Reagiert er nicht, können Sie das Gesundheitsamt einschalten.

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